Jean Didier *Deutschland
Golden Intimacy - 120 x 100 cm (RESERIERT reserved for exhibition)
Golden Intimacy - 120 x 100 cm (RESERIERT reserved for exhibition)
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Kategorie:
Mixed-Media-Assemblage
Details:
2024 Assemblage, 3D-Kunstwerk, Acryl auf Leinwand, Unikat, Certificate of Authenticity, 120 x 100 cm
Über das Kunstwerk:
Warum diese Dessous auf einer Leinwand?
Im Internet suchte ich nach „Dessau Museum“ und landete bei „dessous-museum.de“. Auch nicht schlecht sagte ich mir, scrollte kurz durch und widmete ich mich dann den ursprünglich gesuchten Öffnungszeiten des Bauhaus-Museums in Dessau. Manchmal warten Dinge auf einen Moment und dieser ließ mich nicht mehr los. Ich schuf dieses Werk, in einer Welt, in der weibliche Intimität oft zur Ware gemacht, ausgestellt oder kommentiert wird. Es erhebt einen stillen, aber kraftvollen Widerspruch. Ich präsentiere Symbole der fraulichen Intimität als goldenes Relikt, in Szene gesetzt, wie eine kostbare Reliquie auf schwarzem Grund und ein feines, strenges Drahtgeflecht legt sich über das Bild und verweist auf die Schutzbedürftigkeit dieser Intimität, auf ihre Unantastbarkeit. Ich habe die Teile nicht verändert, nur veredelt und konserviert –roh, echt entblößt. Betrachte die Falten, sie erzählen von Körpern, die sich nicht verstecken und die Cups erheben sich wie eine Provokation gegen jede Scham.
Dieses Kunstwerk ist keine Einladung – es ist eine Herausforderung, es ist ein Echo von Erinnerungen, von der Schönheit des Ungesagten und ist in diese rArt einzigartig auf der Welt.
Das Werk positioniert sich an der Schnittstelle zwischen Konzeptkunst, feministisch geprägter Objektkunst und zeitgenössischer Mixed-Media-Arbeit. In seiner Kombination aus Material, Symbolik und gesellschaftlicher Reflexion setzt es sich mit grundlegenden Fragen der weiblichen Identität, der Rolle von Intimität und den Mechanismen der Entfremdung auseinander. In einer Welt, in der weibliche Intimität oft zur Ware gemacht, ausgestellt oder kommentiert wird, erhebt dieses Werk einen stillen, aber kraftvollen Widerspruch. Es präsentiert Symbole der fraulichen Intimität als goldenes Relikt, in Szene gesetzt wie eine kostbare Reliquie auf schwarzem Grund und ein feines, strenges Drahtgeflecht legt sich über das Bild und verweist auf die Schutzbedürftigkeit dieser Intimität, auf ihre Unantastbarkeit. Doch dieses Gold trägt auch eine doppelte Bedeutung: Es verweist auf Verherrlichung und Besitzanspruch zugleich. Ist diese Vergoldung eine Krönung der weiblichen Selbstbestimmung oder eine ironische Anspielung auf das, was die Gesellschaft oft aus Fraulichkeit macht. Ein Objekt der Begierde, in einem goldenen Käfig gefangen? Die Vergoldung als künstlerisches Mittel, sei es bei Gustav Klimts opulenten Frauenporträts oder in den Konzeptarbeiten von Yves Klein. Doch während Gold dort oft als Ausdruck von Schönheit, Erhabenheit oder transzendentaler Bedeutung dient, wird es hier ambivalent eingesetzt. Es strahlt, doch es distanziert. Es hebt hervor, doch es verschleiert. Die Verwendung des Drahtgeflechtes als physische Barriere verweist auf das Spannungsfeld zwischen Schutz und Unterdrückung. Hier lässt sich eine Parallele zu den Werken von Mona Hatoum ziehen, die oft Draht, Gitterstrukturen und Restriktionsmotive nutzt, um Themen wie Körperlichkeit, Kontrolle und weibliche Autonomie zu verhandeln. Auch die Arbeiten von Barbara Kruger, die mit feministischer Bildsprache arbeitet, bieten einen gedanklichen Anknüpfungspunkt. Das Werk stellt nicht nur Fragen nach der weiblichen Selbstbestimmung, sondern auch nach der gesellschaftlichen Konstruktion von Intimität. Wer darf sie besitzen? Wer darf darüber bestimmen? Ist sie ein persönlicher Rückzugsraum oder eine Arena gesellschaftlicher Projektionen? Durch seine klare visuelle Sprache und symbolische Kraft bettet sich das Werk in einen aktuellen Diskurs über Gender, Identität und Autonomie ein. Es fordert den Betrachter heraus, über das Verhältnis von Intimität, Wert und Schutz nachzudenken und damit auch über die unausgesprochenen Mechanismen, die unser Bild der Fraulichkeit prägen.
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